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Slipping-Rib-Syndrom (Gleitrippensyndrom)

Schmerzen unterhalb der Rippen, die beim Umdrehen im Bett, beim Vornüberbeugen oder beim tiefen Einatmen wiederkehren, manchmal begleitet von einem Klicken, Hängenbleiben oder Gleiten, können ein Hinweis auf ein Slipping-Rib-Syndrom (SRS) sein. Oft wurden zahlreiche Untersuchungen durchgeführt, ohne dass die Schmerzquelle erklärt werden konnte. Das Problem ist nicht immer eine auf einer statischen Aufnahme sichtbare Auffälligkeit; bei manchen Patienten entstehen die Schmerzen, wenn sich der Rippenknorpel bei Bewegung gegenüber den benachbarten Strukturen verschiebt.

Was ist das Slipping-Rib-Syndrom?

Die Knorpelverbindungen an der Vorderseite der unteren Rippen bilden den Rippenbogen, den unteren Rand des Brustkorbs. Beim Slipping-Rib-Syndrom kann eine Schwäche dieser Verbindungen, meist im Bereich der Rippen 8, 9 und 10, zu einer abnormen Beweglichkeit führen. Diese Bewegung kann den zwischen den Rippen verlaufenden Nerv reizen und Schmerzen verursachen.

Patienten beschreiben mitunter ein stechendes Gefühl an der Rippenspitze, scharfe Schmerzen im Oberbauch, einen dumpfen Schmerz in der Flanke oder Beschwerden, die in den Rücken ausstrahlen. Nicht jeder Patient hat ein wahrnehmbares Klicken, und ein Klickgeräusch allein sichert die Diagnose nicht.

Welche Symptome sollten abgeklärt werden?

Insbesondere wenn sie wiederholt auftreten und mit Bewegung zusammenhängen, können die folgenden Beschwerden Anlass sein, im Rahmen der klinischen Untersuchung nach rippenbedingten Ursachen zu suchen:

  • Schmerzen, die auf einen bestimmten Punkt entlang des unteren Rippenrandes oder im Oberbauch begrenzt sind,
  • Beschwerden, die bei Drehbewegungen des Oberkörpers, beim Beugen, Husten oder bei bestimmten Übungen zunehmen,
  • ein Gleit-, Hänge- oder Klickgefühl unterhalb der Rippen,
  • häufig wechselnde Schlafpositionen und das Vermeiden alltäglicher Bewegungen aufgrund von Schmerzen.

Diese Symptome können auch andere Ursachen haben. Erkrankungen von Herz, Lunge, Verdauungssystem, Wirbelsäule und Muskulatur werden je nach Krankengeschichte des Patienten berücksichtigt. Ein unauffälliger Testbefund bedeutet nicht, dass der Schmerz nicht real ist, und er sichert für sich genommen auch nicht die Diagnose eines Slipping-Rib-Syndroms.

Warum kann sich die Diagnose über Jahre verzögern?

Fehlende Schmerzen während der Untersuchung, Beschwerden an wechselnden Stellen und die Tatsache, dass die routinemäßige Bildgebung Bewegung nicht darstellen kann, können den Weg zur Diagnose verlängern. Mit der Zeit beeinträchtigen wiederkehrende Schmerzen nicht nur den Körper, sondern auch den Schlaf, das Berufsleben und das Vertrauen in den eigenen Körper. Viele Patienten kommen nach jahrelangen Beschwerden und zahlreichen Konsultationen bei verschiedenen Fachrichtungen zu uns. Die medizinische Literatur spiegelt dies wider: In einer Studie von Hansen und Kollegen mit 435 Patienten betrug die berichtete mediane Dauer der Suche nach einer Diagnose oder Linderung 36 Monate, und die Zahl der konsultierten Ärzte lag bei sechs.

Klinische Untersuchung und dynamischer Ultraschall

Die Abklärung beginnt mit einem Gespräch darüber, wo und wann die Schmerzen begonnen haben und welche Bewegungen sie auslösen. Anschließend werden die Untersuchungsbefunde zusammen mit den vom Patienten beschriebenen Beschwerden bewertet. Bei Bedarf hilft der dynamische Ultraschall dabei, darzustellen, wie sich die Rippen bei ausgewählten Bewegungen zueinander verhalten. Die bloße Beobachtung der Bewegung reicht nicht aus: Es muss auch beurteilt werden, ob die beobachtete Bewegung an derselben Stelle und zur selben Zeit dem vertrauten Schmerz des Patienten entspricht.

MRT, CT oder Standard-Ultraschall können für die Untersuchung anderer Erkrankungen wertvoll sein. Handelt es sich jedoch um ein bewegungsabhängiges Problem, beenden unauffällige Befunde früherer Bildgebung die Abklärung nicht von selbst. Ebenso bedeutet eine im dynamischen Ultraschall sichtbare Bewegung nicht automatisch, dass eine Operation erforderlich ist.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlungsentscheidung hängt vom Schweregrad der Beschwerden, ihren Auswirkungen auf den Alltag, den Untersuchungsbefunden und der Rippenanatomie ab. Nicht jeder Patient benötigt eine Operation. Infrage kommen Anpassung der Aktivitäten, eine angemessene Schmerztherapie, individuell abgestimmte Rehabilitation und in ausgewählten Fällen Injektionen.

Zu den chirurgischen Optionen gehören die Knorpelexzision, die Stabilisierung mit Nähten und die Rekonstruktion des Rippenbogens. Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach der Anatomie des Patienten. Die Entfernung einer Rippe oder von Knorpel kann manchen Patienten nützen, beseitigt jedoch nicht immer die verbleibende abnorme Beweglichkeit, und manche Patienten benötigen wegen anhaltender Instabilität oder Schmerzen eine erneute Beurteilung. Weitere Einzelheiten finden Sie auf der Seite Rekonstruktion des Rippenbogens.

Häufig gestellte Fragen

Zu welchem Arzt sollte ich bei Verdacht auf ein Slipping-Rib-Syndrom gehen? Ein Thoraxchirurg mit Erfahrung in Erkrankungen der Brustwand und im Slipping-Rib-Syndrom kann die Abklärung vornehmen. Je nach Beschwerden kann auch die Einschätzung anderer Fachrichtungen erforderlich sein.

Kann ich dieses Syndrom auch bei normalem CT oder MRT haben? Ja. Bewegungsabhängige Probleme sind auf der routinemäßigen Bildgebung nicht immer sichtbar. Die Diagnose beruht auf der Gesamtbewertung von Krankengeschichte, klinischer Untersuchung und bei Bedarf dynamischem Ultraschall. Ein unauffälliger Bildgebungsbefund allein bestätigt die Diagnose weder, noch schließt er sie aus.

Benötigt jeder Patient eine Operation? Nein. Die Entscheidung berücksichtigt, wie stark der Schmerz den Alltag beeinträchtigt, welche Behandlungen bereits versucht wurden und welches strukturelle Problem festgestellt wurde.

Kann ich erneut beurteilt werden, wenn mir bereits Rippenknorpel entfernt wurde? Ja. Die mögliche Schmerzursache kann anhand des früheren Operationsberichts und der aktuellen Anatomie untersucht werden. Ob eine Revisionsoperation angemessen ist, wird individuell entschieden; ein weiterer Eingriff ist nicht für jeden notwendig oder von Nutzen.

Termine und weitere Informationen

Vor einer Abklärung ist es hilfreich, sich zu notieren, wie lange die Schmerzen bestehen und welche Bewegungen sie auslösen. Auch frühere Testergebnisse, Behandlungen und gegebenenfalls Operationsberichte tragen zur Planung bei. Um einen Termin zu vereinbaren, nutzen Sie bitte unsere Kontaktseite. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf drpectus.com.

Diese Seite dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt weder eine persönliche Untersuchung noch ärztlichen Rat.