Was ist die Trichterbrust (Pectus excavatum)?
Die Trichterbrust (Pectus excavatum) ist eine Brustwandfehlbildung, die durch eine Einsenkung des Brustbeins (Sternum) nach innen gekennzeichnet ist. Es handelt sich um eine angeborene strukturelle Veränderung, die in der Regel in der Kindheit oder Pubertät deutlicher wird. Sie kann sowohl kosmetische als auch funktionelle Probleme verursachen. In fortgeschrittenen Fällen kann sie auf Herz und Lunge drücken und zu Kurzatmigkeit, Erschöpfung und Herz-Kreislauf-Problemen führen.
Behandlungsmethoden bei Trichterbrust
Die Behandlung wird nach dem Schweregrad der Fehlbildung, dem Alter des Patienten, den Beschwerden und den kosmetischen Erwartungen geplant. Die Behandlungsmöglichkeiten lassen sich in zwei Gruppen einteilen: operative und nicht-operative Ansätze.
1. Operative Behandlung
Die Operation ist die wirksamste Behandlung der Trichterbrust. Die wichtigsten Techniken sind:
- Nuss-Operation (MIRPE): Ein minimal-invasives Verfahren. Ein Metallbügel wird in den Brustkorb eingebracht und drückt das Brustbein nach außen in seine normale Position. Der Bügel wird in der Regel nach 2-3 Jahren entfernt. Es entstehen kleinere Narben, und die Erholung verläuft schneller.
- Ravitch-Operation: Ein invasiveres Verfahren, bei dem die Brustwand in einer offenen Operation korrigiert wird. Sie wird besonders bei schweren Fehlbildungen bevorzugt.
2. Nicht-operative Behandlung
Kann in jungem Alter und bei leichten Fehlbildungen eingesetzt werden:
- Vakuumglocke: Ein über dem Brustkorb angebrachtes Vakuumgerät erzeugt einen Unterdruck, der dabei hilft, das Brustbein nach außen zu ziehen.
- Training und Physiotherapie: Übungen, die die Muskulatur zur Stützung der Brustwand kräftigen, können das Fortschreiten der Fehlbildung verlangsamen. Diese Methode kann die Fehlbildung jedoch nicht vollständig korrigieren.
- 3D-Orthesen: In manchen Fällen können speziell entworfene Orthesen helfen, das Erscheinungsbild der Fehlbildung zu verbessern.
Symptome der Trichterbrust
- Äußeres Erscheinungsbild: Das Brustbein wirkt nach innen eingesunken.
- Kurzatmigkeit: Atemnot, die besonders bei körperlicher Aktivität auftritt.
- Brustschmerzen: Manche Patienten können Schmerzen im Brustbereich verspüren.
- Erschöpfung: Antriebslosigkeit kann auftreten, weil sich Herz und Lunge im verengten Brustraum nicht ausreichend ausdehnen können.
- Psychische Auswirkungen: Es können Probleme mit dem Selbstvertrauen aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes entstehen.
Behandlungsentscheidung und Ablauf
Bei der Behandlung der Trichterbrust sind eine frühe Diagnose und die Beurteilung durch einen Facharzt wichtig. Bei der Behandlungsplanung werden folgende Punkte berücksichtigt:
- Der Schweregrad der Brustwandfehlbildung (gemessen mit dem Haller-Index)
- Die Auswirkungen auf die Atem- und Herzfunktion
- Die kosmetischen Anliegen des Patienten
